
Gut zu wissen
Häufige Fragenzum Blockheizkraftwerk
Das sind die Fragen, die uns am Telefon und beim Ortstermin am häufigsten gestellt werden. Wir beantworten sie hier so, wie wir sie auch am Telefon beantworten würden – auch dann, wenn die Antwort nicht das ist, was man hören möchte.
Technik und Einbau
Wie laut ist ein Dachs?
Im Dachs arbeitet ein Verbrennungsmotor, und der ist nicht lautlos. Deshalb steckt er in einem schallgedämmten Gehäuse und wird schwingungsentkoppelt aufgestellt. Im Heizungskeller ist er deutlich zu hören, in den Wohnräumen darüber in aller Regel nicht. Kritisch wird es nur, wenn direkt über dem Aufstellraum ein Schlafzimmer liegt. Genau das sehen wir uns bei der Besichtigung an, bevor Sie bestellen – und sagen Ihnen, ob zusätzliche Maßnahmen nötig sind.
Wie viel Platz braucht die Anlage?
Ein Dachs braucht mehr Platz als ein Gasbrennwertkessel, aber weniger, als die meisten erwarten. Entscheidend ist nicht nur das Gerät: Dazu kommen der Pufferspeicher, ein Abstand ringsum für die Wartung, eine ausreichende Belüftung des Aufstellraums und die Abgasleitung. Im Einfamilienhaus liegt der Pufferspeicher typischerweise bei 750 bis 1.000 Litern. Wir messen vor Ort aus und sagen Ihnen ehrlich, wenn der Raum zu klein ist.
Braucht ein BHKW wirklich einen Pufferspeicher?
Ja. Ein Blockheizkraftwerk soll möglichst lange am Stück laufen, denn jeder Start kostet Verschleiß und Wirkungsgrad. Der Pufferspeicher nimmt die Wärme auf, die gerade nicht gebraucht wird, und gibt sie später ab. Erst dadurch kommt die Anlage auf die Betriebsstunden, von denen die ganze Wirtschaftlichkeit abhängt. Wer am Puffer spart, spart an der falschen Stelle.
Kann ich meinen vorhandenen Schornstein weiterverwenden?
Manchmal ja, oft nicht ohne Anpassung. Ein Blockheizkraftwerk stellt andere Anforderungen an die Abgasführung als ein alter Kessel, und ob der vorhandene Zug geeignet ist, entscheidet am Ende der Bezirksschornsteinfeger. Wir klären das vor dem Angebot, damit es keine Überraschung auf der Rechnung gibt.
Wie lange dauert der Einbau, und wie lange ist die Heizung aus?
Der eigentliche Austausch ist eine Sache von wenigen Tagen. Länger dauern die Dinge davor und danach: Planung, Bestellung, Anmeldung beim Netzbetreiber, Abstimmung mit dem Schornsteinfeger. Die Zeit ohne Wärme halten wir so kurz wie möglich und legen den Termin nach Möglichkeit außerhalb der kalten Monate. In bewohnten Mehrfamilienhäusern planen wir das gesondert und stimmen es mit den Mietern ab.
Betrieb und Wirtschaftlichkeit
Rechnet sich das bei mir überhaupt?
Das hängt an drei Zahlen: wie viel Wärme Sie brauchen, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen, und wie lange die Anlage dadurch im Jahr läuft. Unter etwa 4.000 Betriebsstunden im Jahr wird es meist eng. Am ehrlichsten ist es, das einmal durchzurechnen – unser Rechner sagt Ihnen auch dann Bescheid, wenn es sich nicht lohnt.
Was passiert bei Stromausfall?
Das ist die Frage, bei der wir am häufigsten enttäuschen müssen. Ein Blockheizkraftwerk läuft im Normalbetrieb netzparallel. Fällt das öffentliche Netz aus, schaltet sich die Anlage aus Sicherheitsgründen ab – das schreibt der Netzanschluss so vor, damit niemand an einer vermeintlich toten Leitung arbeitet, in die Ihr Dachs einspeist. Ihr Haus wird also nicht automatisch weiterversorgt. Notstromfähigkeit ist technisch machbar, erfordert aber zusätzliche Technik und muss von vornherein mitgeplant werden. Sprechen Sie uns darauf an, wenn Ihnen das wichtig ist – im Gewerbe ist es das oft.
Wie lange hält so eine Anlage?
Auch das rechnet sich in Betriebsstunden, nicht in Jahren. Der Motor ist auf eine lange Laufleistung ausgelegt und lässt sich generalüberholen, statt ihn zu ersetzen. Das ist einer der Gründe, warum sich die Investition über einen langen Zeitraum betrachten lässt. Wie weit Ihre Anlage ist, sehen wir bei jeder Wartung und sagen es Ihnen rechtzeitig.
Was ist der Unterschied zu einer Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe macht aus Strom Wärme. Ein Blockheizkraftwerk macht aus Gas Wärme und Strom zugleich. Das eine ersetzt das andere nicht zwingend – im Gegenteil: In vielen Gebäuden ergänzen sie sich gut, weil die Wärmepumpe in der Übergangszeit günstig arbeitet und das Blockheizkraftwerk im Winter die Leistung bringt und dabei noch den Strom für die Wärmepumpe erzeugt.
Brennstoff und Zukunft
Lohnt sich ein Dachs auch ohne Erdgasanschluss?
Ja, und im Hunsrück ist das eher die Regel als die Ausnahme. Wo keine Gasleitung liegt, kommt Flüssiggas in Frage – der Tank steht oberirdisch oder unsichtbar unter der Erde. Wer eine Ölheizung ersetzt, gewinnt dabei den Kellerraum dazu. Mehr zu den Brennstoffen.
Ist der Dachs wasserstofftauglich?
Der Hersteller bezeichnet die aktuelle Gerätegeneration als vorbereitet auf einen künftigen Wasserstoffbetrieb. Was das praktisch wert ist, hängt daran, ob und wann in Ihrer Straße Wasserstoff ankommt – und das ist heute für die meisten Orte offen. Wir halten es für ein gutes Argument gegen die Sorge, sich etwas Kurzlebiges einzubauen, aber nicht für ein Versprechen, auf das man eine Investition allein stützen sollte. Mehr zu Wasserstoff.
Erfülle ich damit die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes?
Mit Erdgas allein nicht dauerhaft. Es gibt aber einen Weg, der die Technik im Keller unangetastet lässt: Wird statt Erdgas Biomethan bezogen, lassen sich die Anforderungen erfüllen, ohne dass Sie das Gerät tauschen. Was in Ihrem Fall gilt, hängt vom Gebäude und vom Zeitpunkt ab – das klären wir vor dem Angebot, nicht danach.
Ihre Frage war nicht dabei?
Rufen Sie an. Wir beantworten das auch am Telefon – und zwar derjenige, der die Geräte auch tatsächlich anfasst.
